Exponat:
Visuelle forensische Personenwiedererkennung im Forschungsprojekt „VisPer“
Leihgeber: Fraunhofer SIT
Im Forschungsprojekt „VisPer“ wird untersucht, wie Personen unter erschwerten Bedingungen mithilfe moderner Computer-Vision-Methoden verlässlich wiedererkannt werden können. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf sogenannten „weichen biometrischen“ Merkmalen wie Tattoos, Narben oder Muttermalen, die langfristig stabil bleiben. Ziel des Projekts ist es, Forensikerinnen und Forensiker sowie Sicherheitsbehörden wie Polizei und
Justiz effektiv bei der Fallbearbeitung zu unterstützen. Das entwickelte System ist dabei so konzipiert, dass es flexibel an unterschiedliche forensische Fragestellungen angepasst werden kann und nachvollziehbare, interpretierbare Entscheidungen liefert.
Für die Demofläche wurde ein interaktives Exponat entwickelt, das Besucherinnen und Besuchern die Funktionsweise der Technologie näherbringt. Teilnehmende können ihr Gesicht live mit einer Datenbank prominenter Persönlichkeiten abgleichen. Auf diese Weise erleben sie spielerisch, wie KI-Systeme Gesichter vergleichen und welche Merkmale dabei eine entscheidende Rolle spielen. Nutzerinnen und Nutzer können Suchkriterien – etwa den Fokus auf bestimmte Gesichtsmerkmale oder Tattoos – selbst anpassen und direkt verfolgen, wie sich die Trefferliste durch diese Parameter verändert.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Vermittlung von ethischer Verantwortung und Datentransparenz. Das Team thematisiert aktiv Fragen zum Datenschutz sowie potenzielle Missbrauchsrisiken und betont die Notwendigkeit menschlicher Kontrolle in forensischen Systemen. Die technische Umsetzung erfolgt unter strengen Vorgaben: Es werden ausschließlich Live-Daten ohne Speicherung verwendet, alle Verarbeitungsschritte werden
transparent erklärt und die genutzten Merkmale offengelegt. Die für den Vergleich genutzte Datenbank basiert auf frei verfügbaren Daten aus der Wikipedia.
Der Beitrag verdeutlicht den gesellschaftlichen Nutzen forensischer KI, beispielsweise bei der Aufklärung von Vermisstenfällen im Rahmen der „Identify Me“-Kampagne. Die Zielgruppe reicht von der breiten Festival-Öffentlichkeit, die KI-Systeme und deren Funktionsweise besser verstehen möchte, bis hin zu Expertinnen und Experten, die sich für neue technologische Ansätze interessieren. Die Teilnehmenden lernen, welche Merkmale KI
stabil erkennen kann, wie technische Erklärbarkeit funktioniert und warum menschliche Aufsicht unverzichtbar bleibt.
Technologisch basiert der Forschungsprototyp auf aktuellen Computer-Vision-Ansätzen wie modernen Transformer-Modellen sowie klassischen CNNs (etwa YOLO oder VOLO), die durch selbst entwickelte Module für erklärbare KI erweitert wurden.